
Ich habe es bedauert, dass es meinem Vater nicht gegönnt war, in die digitale Fotografie einzusteigen. Er hat die Entwicklung gesehen, bestaunt und realisiert, dass dies nicht mehr seine technischen Möglichkeiten sein würden. Das schien ihn aber nicht wirklich zu berühren. Bescheiden war er, auch was seine Investitionen in Technik betraf. Hat sich gefügt in die Umstände, all die Verluste hinzunehmen, die das Altern bereithält. Das ging soweit, dass es für seine Objektive am Ende keine Deckel mehr gab, auch deshalb, weil alle Welt im Internet kaufte und das Fotogeschäft in seiner Nähe längst geschlossen hatte.
In vielfältiger Weise habe ich die Pfade genutzt, die seine Spuren im Terrain als betretbar markiert haben. Habe mitgetragen an dem, das ihn geformt hat.
Und heute trage ich seine Kamera noch einmal für 36 Bilder in die Welt zu den Motiven, die jetzt mehr die meinigen sind, zu denen er mir aber seinen Schlüssel gab.
Ich tue dies, nachdem ich sie im letzten Jahr zu teuer annonciert hatte und diese alte Nikon immer noch im Schrank liegt. Tue es, weil ich es Laura erlaubt habe, mir diesen Schubs ins Abenteuer zu geben, als sie sich auf Instagram einen belichteten SW-Film zum Geburtstag wünschte. Und sie tat dies nicht ohne den Hinweis, dass es für die Bilder einen direkten Weg ins Nirwana geben könne, weil sie das Entwickeln erst noch lernen wolle.
Auf überraschende Weise wussten meine Finger noch, wie man einen Film einlegt. Ich gehe ein Stück im Geist mit Papa auf schmalen Trampelpfaden und spüre meine Wurzeln.
Und dann lasse ich den Film fliegen – an eine Adresse in NRW.
Was jetzt geschieht, ist wundersam. Es materialisieren sich die Bilder. Ich bin wie elektrisiert von der Wucht dieser ‚analogen‘ Schätze und der Verbindung die ich nochmal zu meinem Vater fühle, aber auch zu Laura, die das möglich gemacht hat.






















